Die „Florentine“ (von oben) beim Wendevorgang

Die „Easy Rail“ am Bahnhof Großrosseln.


(Stand: 14. Juni 2012)

Pressemitteilung 13.6.2012

Verein zur Förderung des Warndt-Tourismus (VFWT) e. V.
Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn (IGWRB) e. V.
1. Vorsitzender: Harald Zimmermann; Lauterbacherstr. 60, 66352 Großrosseln


Pressemitteilung 13.6.2012

Runder Tisch - Zukunft der Draisinenfahrten im Warndt

Die Entscheidung ist gefallen: 2012 wird es keine Draisinenfahrten des Warndt-Express geben. Doch wie geht es 2013 weiter, wenn die Vereine IGWRB und VFWT ab 2013 erneut ein Angebot zu Draisinenfahrten machen wollen? Dazu laden die Vereine zu einem Runden Tisch am 28. Juni 2012 (16 – ca. 19 Uhr) ein. Willkommen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Eine Einladung erhalten Stellen, die politisch, organisatorisch oder technisch mit der Zukunft der Trassen der ehem. Warndtkohlenbahn und der Rosseltalbahn befasst sind.

Bis zum 27.6. ist es jedermann möglich, sich formlos über die Postadresse, telefonisch oder per eMail anzumelden (Anmeldung erforderlich). Also Ort ist vorgesehen: Wirtshaus im Warndt in Großrosseln, Ludweilerstr. 84.

per Post        Harald Zimmermann, Lauterbacherstr. 60, 66352 Großrosseln,
per Telefon    06809-1206 oder 0172-6744837 oder
per Mail         h.zimmermann@is.uni-sb.de

Gegenwärtig ist die Strecke für den öffentlichen Güterverkehr nicht mehr nutzbar.  Die Trassen sind allerdings weder stillgelegt noch entwidmet, sondern gegenüber dem Status in den Vorjahren bis einschließlich 2011 kein Anschlussgleis mehr und seitens des Eigentümers DB Netz AG für 2012 an den VFWT verpachtet.

Wenn man eine Entwidmung der Trasse vorhat, stellt sich zunächst die Frage des Abbaus der Trassen mit über 20 Brücken (z. T. über die Rossel, z. T. über Verkehrsstraßen, z. T. über Wander- und Feldwege). Eine Stilllegung und (alternative) Nutzung der Trasse als Wanderweg oder Radweg (vgl. das Beispiel Püttlingen) und Abbau der Brückenbauwerke ist nach Meinung der Vereine auszuschließen, da es z. B. mehr als genügend Wander- und Radwege im Warndt gibt. Bei einer Entwidmung und einem Abriss ergeben sich vielerlei Möglichkeiten der Neunutzung, z. B. in Großrosseln die Öffnung der Landschaft Richtung Frankreich und z. T. die Gewinnung neuer Siedlungsmöglichkeiten. Entsprechendes ergibt sich z.B. in Geislautern (Ortsteil der Stadt Völklingen). Eine Nutzung der bestehenden Eisenbahntrasse als Straßenverkehrsstraße in Geislautern zur Reduzierung des überstarken Straßenverkehrs der Ortsdurchgangsstraße schließen die Vereine wegen der zu geringen Breite der (eingleisigen) Eisenbahntrasse aus. Die notwendige Ortsumgehung in Geislautern ist durch Nutzung der Eisenbahntrasse nicht möglich, eine Entlastung könnte dagegen ein SPNV durchs Rosseltalbahn bringen.

Der VCD Saar hatte den Vorschlag gemacht, die Trassen der Bisttalbahn und der Rosseltalbahn für einen SPNV zu reaktivieren (Resolution 2011). Es gibt noch eine Eisenbahnbrücke über die Saar bei Völklingen, doch hat sie keine Verbindung an die Trasse der ehem. Bisttalbahn. DIE LINKE hat sich für die Reaktivierung der Rosseltalbahn und der Bisttalbahn eingesetzt. Es gibt dabei die Überlegung, die Strecke ‚Linken Saaruferbahn’ zumindest ab Fenne / Fürstenhausen über Gersweiler und das Messegelände bis zum Hauptbahnhof Saarbrücken als SPNV zu reaktivieren, auch mit Blick auf den möglichen Tunnelbau der „Stadtmitte am Fluss“, um Engpässe und Staus v. a. während einer mehrjährigen Bauzeit zu vermeiden.

Erweisen sich diese Möglichkeiten als nicht umsetzbar bzw. (derzeit) nicht finanzierbar, bleibt die Nutzung als touristische Strecke für einen Draisinenverkehr. Diese von 2007 bis 2011 (allerdings mit Genehmigung des Pächters Wincanton Rail nur an Wochenenden) praktizierte Lösung bietet sich ggf. auch als „Zwischenlösung“ an, bis ein SPNV bzw. grenzüberschreitender Schienenverkehr geplant und ggf. umgesetzt werden kann (vgl. die Überlegungen des Eurodistrict Saar – Moselle Est und das Konzept eines Ringverkehrs von Klimmt / Ried (2010). Diese Konzepte wird von der Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn (IGWRB) e. V. und dem Verein zur Förderung des Warndt-Tourismus (VFWT) e. V. gemeinsam verfolgt. 

Der VFWT ist daran interessiert, die Trasse zumindest für die nächsten ca. 7 Jahre zu einem Angebot zu Draisinenfahrten erneut zu nutzen, auch wenn 2012 kein Draisinenverkehr eingerichtet werden konnte.

Die Entscheidung, wer Besitzer und damit Verpächter der Trasse ist, ist aus Sicht des VFWT sekundär. Beispielweise könnte der Regionalverband Saarbrücken oder ein Zweckverband die Trasse erwerben und dem VFWT (oder einem Dritten) als Verpächter für ein Angebot zu Draisinenfahrten verpachten, es könnte aber auch weiterhin die DB Netz AG oder ein Dritter Besitzer der Trassen sein.

Pressemitteilung am 3.2.2012

(Auszug; mit Aktualisierungen)

Pacht der Trassen der Warndtkohlenbahn und Rosseltalbahn beschlossen

Der Verein zur Förderung des Warndt-Tourismus (VFWT) hat das Angebot der DB Netz AG angenommen, die Trassen der Warndtkohlenbahn und Rosseltalbahn von der DB Netz AG 2012 zu pachten. Die DB Netz AG als Besitzerin der Trassen (Fürstenhausen bis Karlsbrunn) hatte ein annehmbares Angebot zur Pacht der Trassen gemacht. Die Vorstände der veranstaltenden Vereine VFWT und IGWRB (Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn als ehrenamtlicher Unterstützer der Aktivitäten des VFWT) haben am 2.2.2012 gemeinsam beschlossen, den Pachtvertrag anzunehmen. Dies bedeutet nicht, dass auch mit Publikum gefahren werden kann. Allerdings will man zunächst Testfahrten durchführen. Über die Frage eines Draisinenbetriebs werden die Vorstände VFWT und IGWRB in einer späteren Sitzung beschließen.

Ein zentrales Problem liegt darin, dass die über 20 Brückenwerke der Eisenbahntrasse zwar von der DB Netz AG überprüft werden, eine Brücke bei einer Nichtbefahrbarkeit aber gesperrt wird. Die Belastung durch Draisinenfahrzeuge ist vergleichweise gering, der Zustand der Strecken ist gut.

Das Risiko war den Vereinen im März zu hoch, auch 2012 Draisinenfahrten regulär durchzuführen.

2012 müsste im Prinzip erreicht werden, dass das Fahrgastaufkommen trotz weiter steigender Besucherzahlen in der Vergangenheit gegenüber 2011 in etwa verdoppelt wird (d. h. in 2012 deutlich über 2.000 Nutzer). Da gegenüber den vergangenen Jahren nicht nur an Wochenenden, sondern auch werktags gefahren werden kann, ist eine weitere Steigerung des Fahrgastaufkommens durchaus vorstellbar.

Angesichts der besonderen Struktur der Trassen muss auch in Zukunft ein Draisinenführer die max. drei bis vier Fahrzeuge (Kolonnenfahrt) begleiten. Dadurch entsteht – abgesehen von der Problematik des Findens geeigneter (jüngerer) Personen als Draisinenführer – eine Verdoppelung der bisherigen Kosten, so dass die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder in jedem Fall ein erhöhtes persönliches Engagement einbringen müssten.

Wie die meisten Vereine leiden IGWRB und VFWT unter der Altersstruktur der Mitglieder, so dass man beim besten Willen die notwendigen (körperlich anstrengenden) Arbeiten ehrenamtlich nicht mehr hinreichend bewältigt. Die Vereine sind daher insbesondere auf die verstärkte Finanzierung der Arbeit der Draisinenführer und zunehmend auch die Finanzierung der Freischneidearbeiten angewiesen. Die Aufwuchsarbeiten wurden in der Saison 2011 (wie auch seit 2007, dem Beginn der Draisinenfahrten) weitgehend ehrenamtlich durchgeführt. Auch 2011 konnten – wie in der Vergangenheit – alle Kosten ausgeglichen werden, so dass nach Saisonende 2011 zumindest eine ‚schwarze Null’ steht.

Eine erste positive Reaktion der Kommunen kam durch den Präsidenten des Regionalverbands Saarbrücken, der das Engagement der Draisinenfahrten unterstützte und zudem die DB Netz AG als Besitzer der Trassen in einem Schreiben gebeten hatte, ihr Möglichstes zu tun.

Der Regionalverband Saarbrücken (RVS) war bereit, im Hinblick auf die Förderung der Tourismusregion Saarbrücken für 2012 einen kleinen Zuschuss zu den Kosten zu gewähren. Die Unterstützung des Draisinenangebots im Warndt dient seiner Meinung nach der Festigung von touristisch vermarktbaren Angeboten. Auch seitens der Kommune Völklingen besteht die Absicht, einen Zuschuss bereitzustellen, die Gemeinde Großrosseln will beim Gemeinderat einen kleinen Zuschuss erwirken.

Mit dem Zuschuss des Regionalverbands Saarbrücken will man 2012 eine Pedelec-Draisine mieten, um sie ausgiebig auf den Trassen zu erproben. Die sog. Bergetappe (Großrosseln – Karlsbrunn) verlangt erhebliche körperliche Anstrengungen, die nicht allen Fahrgästen zugemutet werden konnten. Daher stand bislang nur ein Teilstück (die sog. Flachetappe Großrosseln – Wehrden) für alle Fahrgäste zur Verfügung.

Auch die Konstruktion einer neuen Draisine („Leggero“) durch eine Studentengruppe an der HTW in Saarbrücken soll dadurch gefördert werden, dass die Trassen 2012 dazu zu Probefahrten zur Verfügung stehen.


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